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Farbquartett - "Trick"

Obwohl mir die Farbquartette Spaß machen und ich gern öfter welche für diesen Blog machen würde, nehme ich mir selten Zeit für sie. Denn neben komplexen Themen wie der Hochsensibilität oder vielseitigen wie der Farbsymbolik, soll diese Serie mehr als ein kleines Zwischenvergnügen betrachtet werden. So wie eine Zigarettenpause.

Wir schalten jetzt einfach mal kurz bei einem Ausflug in die kognitive Synästhesie ab. Wir besuchen dabei Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien.

Sinn und Zweck dieser kleinen Reise ist, Euch an einem konkreten Beispiel zu zeigen, dass die Farben eines Wortes von seinem Klang und nicht seiner Bedeutung abhängen.

Diesmal habe ich eines meiner Lieblingswörter ausgesucht. „Trick“ klingt nicht nur ziemlich cool, sondern macht farbliche, und somit auch sprachliche, Verwandtschaften sehr deutlich.

Sie erscheinen zwar jedes Mal nur für ein paar Sekunden, vor meinem inneren Auge, aber ich versuche die einzelnen Ausdrücke so genau wie möglich darzustellen. Ich muss sie mir nur immer wieder vorsagen.

Vorab noch eine Sache: um keine ellenlangen Texte zu schreiben habe ich mir erlaubt, die Beschreibungen mit kleinen Hilfen zu vereinfachen.


Nr. 1: Anstatt „in der oberen rechten Ecke“ oder „unten links“ verwende ich die Himmelsrichtungen, weil sich das schneller tippt und es gefällt mir auch besser.


Nr. 2: Um nicht jedes Mal die einzelnen (kleinen) Buchstaben aufzuzählen, teile ich sie in senkrechte (b, d, f, g, h, j, k, l, p, q, t, y) und waagerechte (a, c, e, i, m, n, o, r, s, u, v, w, x, z) ein.


Trick -


Das deutsche Wort ist recht groß und steht schön mittig.

Der Anfangsbuchstabe zeigt sich in einem warmen Beige, „r“ und „i“ in Rot und der Rest in einem matten Braun. Alle Buchstaben sind gerade, eckig und relativ breit, wobei das „c“ auffällig schmaler ist. Sie stehen in angemessenen Abständen zueinander und die waagerechten sind alle gleich groß.

Die Proportionen stimmen aber nicht ganz. Der Längsbalken des „T“s befindet sich nicht genau in der Mitte, der „Arm“ des „r“s ist zu klein und der untere Balken des „k“s ist zu schmal.




trick -


Man erkennt die Ähnlichkeiten in Schrift, Position und Buchstabenabstand sofort. Wie sein deutsches Pendant steht „trick“ mittig in geraden Buchstaben und zeigt das gleiche Rot und Braun.

Auch gibt es proportionale Unstimmigkeiten. Zum einen ist der Querbalken des „t“s zu schmal. Zum anderen sind die vertikalen Balken von „t“ und „k“ nicht gleich groß, dafür sind aber hier ebenfalls die waagerechten Buchstaben auf einer Höhe.

Einen deutlichen Unterschied gibt es, nicht bloß in der Größe, sondern auch in der Farbgebung. Im Englischen werden „t“ und „r“ zusammenhängender ausgesprochen, da das „r“ nicht so sehr gerollt wird wie bei uns und daher erscheint das „t“ in demselben dunklen Braun wie „ck“.

Interessant ist, dass es in dem Wort „tricky“ dagegen überhaupt kein Rot gibt. „Tri“ ist zwar auch in diesem dunklen Braunton, aber „cky“ ist weiß.


Im Französischen und im Spanischen ähneln sich die Varianten schon nicht mehr so sehr, aber die Abweichungen zu den beiden anderen sind offensichtlich.




truc -


Das französische „truc“ hat bis auf die mittige Position kaum noch Gemeinsamkeiten mit den beiden Vorgängern. Diesmal sehen wir ein türkises „u“ umgeben von schwarzen Buchstaben. Sie sind jetzt rundlicher, viel schlanker und neigen sich gen Osten. Da es ziemlich klein ist, wirkt das Wort fast schon verloren.

Durch die gleich großen und eng beieinander stehenden Buchstaben wird gleichzeitig ein gedrungener, aber trotzdem klarer, Eindruck erweckt.




truco -


Das ist eines dieser typischen unbeständigen Wörter. Ich sehe sie oft. Im letzten Farbquartett war „lustig“ auch so eins. Es hat diese abgerundeten, eher schlanken Buchstaben, die jedoch nicht durchgehend gleich breit bleiben. Zum Beispiel ist der Querbalken des „t“s dicker als man beim dazugehörigen Längsbalken erwarten würde. Lediglich das „o“ ist einigermaßen gleichmäßig.

Hier gibt es nun kein türkises oder rotes Highlight mehr. Das Wort ist pechschwarz. Abgesehen davon ist es recht groß, mehr oder weniger gerade ausgerichtet und wie alle anderen in der Mitte platziert. Diesmal stehen die Buchstaben jedoch nicht in einer Reihe. All das verleiht ihm eine außerordentliche Präsenz.

Gleichzeitig wirkt es aber auch zusammengedrängt, weil die Abstände zwischen den Buchstaben willkürlich scheinen und das „u“ sogar direkten Kontakt mit dem „c“ hat.


Und da wären wir bereits am Ende unserer Reise von Nord- nach Südeuropa. Ich habe explizit diese vier Sprachen ausgewählt, da sie teilweise verwandt sind und sich so die Verbindung von Klang und Farbe sehr gut darstellen lässt.

Ihr könnt mir gerne Wörter vorschlagen und, wenn Ihr wollt, auch eine andere Sprache dazu angeben. Vielleicht mache ich mal Speziale zu den skandinavischen, asiatischen, osteuropäischen oder baltischen Sprachverwandtschaften. Eigentlich geht es nicht um die Sprachen an sich, aber deswegen ist auch im Grunde egal, welche für ein Farbquartett genommen werden.

Also, ich bin für alles offen und freue mich auf Eure Ideen.


Es ist halb zwei Uhr morgens, während ich das tippe, ich haue mich gleich hin.

Euch allen wünsche ich einen wunderschönen Sonntag! Genießt den August!


Eure TinTro

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